Mythen ein Ende bereiten

(Dispelling Myths – aus "Focus on the Kingdom" - September 2013)
von Anthony Buzzard, übersetzt von Jürgen Laub

Das Argument, dass das Wort Elohim (GOTT) in 1.Mose 1,1 eine Pluralform ist und deshalb zwangsläufig auf eine Pluralität GOTTES hinweisen würde, wird jeder verwerfen, der die hebräische Sprache sorgfältig studiert hat.

Es gehört aber zu einem Teil des traditionellen christlichen Volksglaubens, der vielen Christen "Trost" spendet, dass der GOTT der Bibel auf geheimnisvolle Weise irgendwie "dreieinig" sei – und das trotz der Tatsache, dass GOTT in der hebräischen Bibel alle möglichen Sprachformen benutzt hat, um SICH selbst als eine einzige göttliche Person zu beschreiben.

164 Mal sagt GOTT über sich selbst: "ICH bin Jahwe", aber die Bibelleser, die von ihrer Tradition sehr stark indoktriniert sind, stellen sich vor, dass eine einzige Person auf geheimnisvolle Weise trotzdem mehrpersonal ist!

Wenn Elohim wegen seiner Pluralendung eine Mehrzahl ist, dann muss diese Stelle zwangsläufig auch mit "Am Anfang schufen Götter Himmel und Erde" übersetzt werden. Damit hätten wir allerdings einen offensichtlichen Polytheismus vor uns, der dem Glauben Israels zuwider sein würde, dass "der HERR, unser GOTT, ein HERR ist" (5.Mose 6,4; was Jesus in Markus 12,29 bestätigt hat).

Jesus wusste rein garnichts von einer Mehrzahl von Personen in GOTT. Jesus war ein Jude; außerdem sind 64 der 66 Bücher der Bibel, darunter 25 von 27 Büchern oder Briefen unseres Neuen Testaments von Männern geschrieben worden, deren Erbe und Nationalität "jüdisch" (d.h. sie gehörten zum Volk Israel) und nicht heidnisch gewesen ist. Lukas, der einen großen Teil des NT geschrieben hat (2 lange Briefe), stammte aller Wahrscheinlichkeit aus einem heidnischen Volk. Aber er hatte gelernt, den einen und einzigen GOTT des jüdischen Volkes zu lieben und zu ehren.

Man bedenke bitte auch dieses: Einzelne heidnische Götter wie Moloch, Astarte oder Dagon werden ebenfalls Elohim genannt. Und auch sie bestanden nicht aus mehreren Personen!

Es ist weithin unbekannt, dass Josef in 1. Mo 42, 30 u. 33 "Herren des Landes" genannt wird. Trotzdem ist Josef nicht mehr als eine Person gewesen! Diese Pluralformen werden auch Intensivplural oder "pluralis excellentiae" genannt, aber sie werden nicht als wirkliche Plurale übersetzt.

In den griechischen neutestamentlichen Schriften wird Elohim, wenn es sich auf den Einen GOTT bezieht, der der Vater ist (das ist rund 1300 Mal der Fall), immer mit dem singulären griechischen Wort theos übersetzt. Auch in der griechischen Übersetzung des AT (der Septuaginta oder LXX) wird das Wort Elohim so übersetzt, wenn der einzige und allein wahre GOTT gemeint ist.

Jesus hat die klassische jüdische monotheistische Aussage und das Bekenntnis ausgesprochen, wenn er in seinem Gebet in Joh 17,3 den Vater "den allein [monos] wahren GOTT [theos]" nennt. In Joh 5,44 hat er von GOTT als "dem alleinigen GOTT" [monos theos] gesprochen. Jesus hat gesagt, dass der Glaube an diesen allein wahren GOTT, den Vater, die wichtigste Grundvoraussetzung für das "ewige Leben" ist, das auf Grundlage von Dan 12,1f. "das Leben im kommenden Zeitalter" ist, in dem die schlafenden Toten auferstehen werden; in unserem NT wird von dem "Leben in dem kommenden Zeitalter", dem Leben im zukünftigen Königreich, etwa 40 Mal gesprochen.

Sehr häufig wird GOTT im NT "der GOTT" genannt; damit ist ER der eine und einzige GOTT des wahren Glaubens, - im Unterschied zu den anderen heidnischen Göttern, die immer danach trachten, uns zu betrügen und irrezuleiten.

Es gibt auch andere Christen, die in ihrer Verzweiflung ein vollkommen falsches Verständnis von einer Pluralität in Jahwe wiederbeleben, weil es in 1.Mo19,24 heißt: "Da ließ der HERR [Jahwe] auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und Feuer regnen von dem HERRN [Jahwe] aus dem Himmel". Aber sie nehmen nicht zur Kenntnis, dass "Salomo die Ältesten von Israel … zum König Salomo versammelte" (1.Kö 8,1). Zwei Salomos? Offensichtlich nicht. Wir haben es hier mit besonderen hebräischen Sprachformen zu tun, die aber als solche leicht zu erklären sind.

Menschen, die sich an solche "Strohhalme" klammern, vergessen, dass der EINE GOTT Israels tausendfach durch singuläre Personalpronomen beschrieben wird.

Jeder hat in der Schule bestimmt gelernt (ich hoffe es jedenfalls!), dass sich ein singuläres Personalpronomen immer auf eine einzelne Person bezieht. Wenn man von GOTT hört, dass er in der ganzen Bibel ein ICH, MEINER, MIR, MICH; ein DU, DEINER, DIR, DICH; ein ER, SEIN, IHM ist, – kann man von der simplen Tatsache ausgehen, dass auch GOTT eine einzige Person ist!

Sehr wahrscheinlich versammeln sich die allermeisten Kirchen oder Gemeinden leider im Namen eines Gottes, der "dreieinig" ist. Diese Lehre wurde und wird von vielen Tausend fachkundigen Gelehrten, - auch von fünf amerikanischen Präsidenten - für nicht vereinbar mit der Lehre Jesu und der Lehre der Bibel gehalten. Sir Isaac Newton sprach von einer fremdartigen westlichen Irrlehre von "drei Göttern". Newton war über dieses unbiblische Gottesbild sehr bekümmert. Der britische Dichter John Milton und der Philosoph John Locke traten entschieden gegen diese Vorstellung von einem dreieinigen Gott ein. Andere starben durch die Hand einer grausamen Kirche, weil sie sich weigerten, den Glauben anzunehmen, dass der GOTT der Bibel dreieinig ist. Johannes Calvin hat Michael Servetus wegen dieser Sache umbringen lassen.

Es ist in keinerlei Hinsicht schwierig, festzustellen, wie viele Personen GOTT in der Bibel ist. Wir sollten uns an der wunderbaren gesunden und heilbringenden Wahrheit erfreuen, die Jesus so ausgedrückt hat: "Der HERR, unser GOTT, ist ein HERR" (nach dem griechischen Wortlaut in Mark 12,29, der 5.Mo 6,4 aus der Septuaginta wiedergibt). Jesus tadelte die Juden seiner Zeit, dass sie Mose nicht glaubten. Wenn sie den Worten Moses nicht glauben würden, mit denen er den Messias vorausgesagt hat, wie würden sie dann an den Messias glauben, der kommen sollte? (Joh 5,46)

Ein Herr ist nicht zwei Herren. Jesus hat sein entschiedenes Bekenntnis zu dem einen GOTT Israels offen zum Ausdruck gebracht (Mark 12,29) und er hat dann, - als ob er Einwände vorausahnen würde -, sofort über Psalm 110,1 gesprochen, in dem es zwei Herren gibt. Es ist keinesfalls eine Sache höheren Wissens oder einer weiterentwickelten Mathematik, zu erkennen, dass der zweite Herr in Psalm 110,1 nicht auch GOTT sein kann, wenn "der HERR, unser GOTT, ein Herr ist" (wie Jesus gerade in Übereinstimmung mit einem freundlichen unitarischen Juden festgestellt hat), denn das würde ja zwei Götter und Herren ergeben!


Weiter sollte man auch beachten (die Strong Konkordanz verheimlicht dieses leider), dass das Wort, das in Psalm 110,1 den zweiten Herrn, "mein Herr" (adoni), beschreibt, niemals ein göttlicher Titel ist, sondern immer der Titel eines Höheren, der nicht GOTT ist. Wenn der zweite Herr in der Bibel mit Großbuchstaben geschrieben wird, dann ist das falsch und irreführend. Es muss heißen "Herr" und nicht "HERR"! Mit einem großgeschriebenen "HERR" wird der Regel das hebräische Wort ADONAI (GOTT, der HERR – was 450 Mal vorkommt) übersetzt und der zweite Herr dieses Psalms, den Jesus angeführt hat, um damit alle Einwanderheber zum Schweigen zu bringen, ist nicht ADONAI! Es ist adoni, mein Herr. Adoni kommt in der hebräischen Bibel 195 Mal vor.

Jesus, unser Lehrer und Herr (Joh 13,13) sagt in Mark 12,29: "Der HERR, unser GOTT, ist ein HERR." Dieses sollte ein für alle Mal jeden Zweifel beseitigen, dass Jesus den wesentlichen und wichtigsten Grundsatz der wahren Religion durcheinandergebracht habe, dass GOTT ein einziger HERR ist. Das sollte man seinen jüdischen Freunden und seinen muslimischen Freunden und sehr behutsam auch seinen christlichen Freunden sagen, die darüber wahrscheinlich verdutzt oder vielleicht auch verärgert sein werden!

Vielleicht kann man ihnen helfen, wenn man darauf hinweist, dass sogar der bekannte Reformator Johannes Calvin in seinem Genesiskommentar gesagt hat, dass für ihn der Versuch, Elohim mit seiner grammatischen Pluralendung als Beweis heranzuziehen, dass Gott eine Mehrzahl ist, nur wenig Grundlage zu haben scheint. Er will nicht auf dieses Wort pochen, sondern die Leser vielmehr darauf aufmerksam machen, sich von gewaltsamen Anmerkungen dieser Art zu enthalten. Wenn sie glaubten, damit Argumente gegen die Arianer zu haben und damit die Gottheit des Sohnes und des Geistes beweisen zu können, dann würden sie den Irrtümern des Sabellius anheimfallen [Modalismus oder Oneness-Glaube, wie ihn die Oneness Pentecostals heute repräsentieren]. Wenn man annimmt, dass hier [1.Mo 1,2] drei Personen genannt sind, dann gibt es aber keinerlei Unterscheidung zwischen diesen. Für ihn reicht es aus, dass der Plural die Kräfte zum Ausdruck bringt, mit denen GOTT bei der Erschaffung der Welt zu Werke geht.

"Die Nachfolger Jesu konnten davon ausgehen, dass Jesus, wie viele andere Juden seiner Tage auch, 1.Mo 6,4-5 und 3.Mo 19,18 als die ideale Zusammenfassung des jüdischen Gesetzes angesehen hat. Jesus wiederholte ein allgemein bekanntes jüdisches Verständnis vom Gesetz. … Die Worte "Der HERR, unser GOTT, ist ein HERR" ist ein richtiger Ausdruck der Frömmigkeit Jesu"
(Stephen Patterson, DD, The God of Jesus, S. 115.)

Man wird vielleicht fragen, warum gläubige Christen dann diesem Gebot, welches Jesus das vornehmste und wichtigste genannt hat, keine ehrerbietige Beachtung schenken. Der Grund liegt wohl darin, dass die Kirchen schon lange den Gedanken aufgegeben haben, dass Jesus ihr Rabbi und Lehrer ist – trotz seiner ständigen Ermahnung, dass wir mit gespannter Aufmerksamkeit auf das hören sollen, was er lehrt! Nicht auf Jesus zu hören und ihm nicht zu gehorchen, ist ein verhängnisvoller Fehler, den wir Menschen uns eigentlich nicht leisten können (Joh 3,36 – Jesus Glauben zu schenken, führt zur Unsterblichkeit; ihm den Gehorsam zu verweigern, ist ein gefährlicher Fehler!).

Um seine Freunde zu überzeugen, kann man sie einladen und ihnen Mark 12,29 erklären. Jesus ist voll und ganz in Übereinstimmung mit dem jüdischen Schriftgelehrten und weiter wissen wir, dass die Juden an GOTT als EINE einzige göttliche Person glaubten und nicht an eine Dreieinigkeit oder Dreieinheit. Wenn man die Worte Jesu in Mark 12,29 bewusst und aufmerksam hört, kann das den notwendigen Schock hervorrufen, der es den Gläubigen ermöglicht, umzudenken!

Wenn jemand heute sagt: "Jesus ist Gott", dann gibt er zu, dass er an zwei Personen glaubt, die Gott sind! Das ist nicht der Monotheismus, den die Bibel lehrt.

Die Welt der heutigen Wissenschaft behandelt die Bibel als eine unzuverlässige Quelle. Das können viele nur schwer begreifen. Aber ein typischer Kommentar der Gelehrten lautet: "Wir wissen nicht, ob Jesus wirklich die Worte gesagt hat, die im NT berichtet sind. Es ist möglich, dass die Kirche sie erfunden und in den Mund Jesu gelegt hat und den Eindruck vermitteln wollte, dass Jesus sie gesagt habe; aber niemand weiß, ob Jesus diese Worte wirklich ausgesprochen hat." Diese Denkweise ist hochgiftig und ansteckend, weil sie ein Fragezeichen der Ungewissheit (genau das Gegenteil von Glauben) hinter alles setzt, was Jesus gesagt hat. Viele Studenten in den Universitäten, Hochschulen und Seminaren lernen diesen Skeptizismus in ihrem alltäglichen Studium kennen.

Die große zentrale Wahrheit über GOTT ist jedoch nicht kompliziert: Ist das wirklich so schwierig? Erkannt man die Parallelen? Man beginne mit einem Vers, der die ganze hebräische Bibel zusammenfasst und uns das Denken des Juden Jesus eröffnet:

"Haben wir nicht alle einen Vater? Hat nicht ein GOTT uns geschaffen?"
(Mal 2,10).

"So wissen wir, dass es keinen Götzen in der Welt gibt und dass kein Gott ist als nur EINER."
(1.Kor 8,4).

"So ist doch für uns ein GOTT, der Vater, von DEM alle Dinge sind und wir auf IHN hin, und ein Herr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn."
(1.Kor 8,6).

Das stimmt genau mit dem überein, was Jesus in Joh 17,3 gesagt hat: "DU, Vater, bist der allein wahre GOTT!"

Jesus antwortete: "Das erste [Gebot] ist: "Höre, Israel: Der HERR, unser GOTT, ist ein HERR!"
(Mark 12,29).
Der jüdische Gesetzesexperte stimmte ihm zu: "Recht, Lehrer, du hast nach der Wahrheit geredet; denn ER ist einer, und es ist kein anderer außer IHM."
(Mark 12,32).

Weitere biblische Aussagen sind:

Ein Vater = ein GOTT
kein Gott als nur EINER
ein GOTT, der Vater
der HERR, unser GOTT, ist ein HERR
GOTT ist einer und es ist kein anderer GOTT außer IHM
ein HERR und GOTT
DU, Vater, bist der allein wahre GOTT

Jesus ist der Messias, ein Mensch, er ist der Messias und Herr aus Luk 2,11. Dieser menschliche Messias ist geboren worden, - GOTT aber kann nicht geboren werden; dieser menschliche Messias (1.Tim 2,5) ist gestorben, - der unsterbliche GOTT aber kann nicht sterben.

Warum fordert niemand dazu auf, den Unsinn in dem Lied nicht mehr zu singen: "Kann es denn sein, … Geheimnis groß: Gott selber stirbt." (Charles Wesley).

Einen spannenden Text meiner Frau Barbara, den man auf Dan Gills Website 21strc.org findet, zeigt auf, wie "zurückhaltend" einige Theologen unserer Tage die Irrtümer der Dreieinigkeitslehre eingestehen. Ihre Rezension des Buches The Only True God von James McGrath liefert höchst aufschlussreiche Einsichten. McGrath stimmt voll und ganz zu, dass die neutestamentlichen Schreiber alle Anhänger des strengen monotheistischen Glaubens Israels und Jesu gewesen sind. Aber irgendwie ist für ihn das spätere Abweichen der Kirche von der Definition GOTTES, die Jesus gelehrt hat, "schon in Ordnung".

Statt zur Buße aufzurufen und zu Jesus zurückzukehren, versuchen einige Theologen, die Fehler zu vertuschen und der Status quo erlaubt es ihnen, unbehelligt und ohne Veränderung einfach so weiterzumachen.

 

   

Bücher  

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Ist Jesus Christus JHWH?
Sohn Gottes oder Gott selbst?

 

Buzzard Absichten Ziele

Absichten und Ziele von Jesus
Was Sie in der Kirche nicht gelernt haben

 

Laub Pflaum Ist Jesus Christus Gott mini


Ist Jesus Christus Gott?
Kommentare zum Buch von Jürgen Laub

 

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The One (Englisch)
Wird derzeit übersetzt. (ein Auszug)

 

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Das kommende Königreich des Messias
Was Jesus lehrte, aber die Kirche nicht verkündigt

 

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Die Trinitätslehre
göttliches Geheimnis oder menschlicher Unfug
(momentan leider vergriffen) nicht lieferbar klein

 

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Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes
Die selbst zugefügte Wunde der Christenheit

 

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Die biblische Sicht von Gott

 

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Ehre sei Gott in der Höhe
Der Einfluss der griechischen Philosophie

 

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Gott und Jesus
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Wer ist Jesus von Nazareth?
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